Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde! (Psalm 78,40ff)

Aus tiefer Not, Erfurter Enchiridion 1524

Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde! Sie versuchten Gott immer wieder und kränkten den Heiligen Israels. Sie dachten nicht an seine Hand, an den Tag, da er sie erlöste von den Feinden, wie er seine Zeichen in Ägypten getan hatte und seine Wunder im Lande Zoan. 

Er verwandelte ihre Ströme in Blut, dass sie aus ihren Flüssen nicht trinken konnten. Er schickte Ungeziefer unter sie, das sie fraß, und Frösche, die ihnen Verderben brachten, und gab ihr Gewächs den Raupen und ihre Saat den Heuschrecken. Er schlug ihre Weinstöcke mit Hagel und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen. Er gab ihr Vieh dem Hagel preis und ihre Herden dem Wetterstrahl. Er sandte die Glut seines Zorns unter sie, Grimm und Wut und Drangsal, eine Schar Verderben bringender Engel.

 Er ließ seinem Zorn freien Lauf und bewahrte ihre Seele nicht vor dem Tode und gab ihr Leben der Pest preis. Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, die Erstlinge ihrer Kraft in den Zelten Hams. Er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe und führte sie wie eine Herde in der Wüste; und er leitete sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer. Er brachte sie in sein heiliges Land, zu dem Berg, den seine Rechte erworben hat, und vertrieb vor ihnen her die Völker und verteilte ihr Land als Erbe und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen. 

Aber sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten und hielten seine Gebote nicht; sie fielen ab und waren treulos wie ihre Väter und versagten wie ein schlaffer Bogen; sie erzürnten ihn mit ihren Höhen und reizten ihn zum Zorn mit ihren Götzen. Da Gott das hörte, entbrannte sein Grimm, und er verwarf Israel ganz. 

Er gab seine Wohnung in Silo dahin, das Zelt, in dem er unter Menschen wohnte. Er gab seine Macht in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit in die Hand des Feindes. Er übergab sein Volk dem Schwert und ergrimmte über sein Erbe.  Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mussten ungefreit bleiben.  Ihre Priester fielen durchs Schwert, und die Witwen konnten die Toten nicht beweinen. 

Da erwachte der Herr wie aus dem Schlaf, wie ein Starker, der vom Wein fröhlich ist, und schlug seine Feinde zurück und hängte ihnen ewige Schande an. Er verwarf das Zelt Josefs und erwählte nicht den Stamm Ephraim, sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebt. 

Er baute sein Heiligtum wie Himmelshöhen, wie die Erde, die er gegründet hat für immer, und erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden; von den säugenden Schafen holte er ihn, dass er sein Volk Jakob weide und sein Erbe Israel.Und er weidete sie mit aller Treue und leitete sie mit kluger Hand. 

Psalm 78,40ff. Eine Unterweisung Asafs.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre.

1.Johannes 3,8b

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Aus tiefer Not schrei ich zu dir, 5-strophige Version, Wittenbergisches Gesangbuch 1524, Nachdruck WA 35 (LKG 213)

Morgenlese

Den aber, der »eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel«, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes »gekrönt mit Herrlichkeit und Ehre«, auf dass er durch Gottes Gnade für alle den Tod schmeckte. Denn es ziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, der viele Kinder zur Herrlichkeit geführt hat, dass er den Anfänger ihrer Rettung durch Leiden vollendete. 

Denn weil sie alle von einem kommen, beide, der da heiligt und die da geheiligt werden, darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder und Schwestern zu nennen, und spricht: »Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde dir lobsingen.« Und wiederum: »Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen«; und wiederum: »Siehe da, ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat.« 

Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hatte er gleichermaßen daran Anteil, auf dass er durch den Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten. 

Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an. Daher musste der Sohn in allem seinen Brüdern gleich werden, auf dass er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. Denn da er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden. 

Hebräer 2,9-18

Abendlese

Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an und sprach: Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht! Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.

Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? 

Denn es wird geschehen, dass der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun. Wahrlich, ich sage euch: Es sind etliche unter denen, die hier stehen, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich. 

Matthäus 16,21-28

Bekenntnislese Apologie XXIV,44-57 Von der Messe (Was Opfer sei)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Friede sei mit Euch +

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Dr. Martin Luther predigt am Sonntag Reminiscere

Dr. Martin Luther als Junker Jörg von Lucas Cranach (1522)

Die achte – und letzte – der sogenannten Invokavitpredigten, hielt Dr. Martin Luther am Sonntag Reminiscere, dem 16 März 1522 in Wittenberg u.a. über den andauernden Wert der Beichte, deren Trost Dr. Martin Luther sich nicht nehmen lassen will und über Gottes überschwenglichen Gnadensegen im Evangelium vgl. Schmalkaldische Artikel. Als Vorlage hier die “Martin Luther Studienausgabe”Bd.2 hg.v. Hans-Ulrich Delius u.a. im Evangelischen Verlagshaus Berlin, 1982. S.556-558.

Die 8. Predigt nach Invokavit gehalten am Sonntag Reminiscere vorgelesen aus “Martin Luther. Kirche und Schule. Schriften III” (Reihe Verlag der Welt Religionen hg.v. Albrecht Beutel: Verlag der Weltreligionen, Berlin: 2015. S.36-40:

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Dr. Martin Luther predigt am Samstag nach Reminiscere

Dr. Martin Luther als Junker Jörg von Lucas Cranach (1522)

Die siebte – und kürzeste – der sogenannten Invokavitpredigten, die Dr. Martin Luther am Samstag, dem 15 März 1522 in Wittenberg hielt u.a. Liebe und Glaube, Furcht und Zittern. Als Vorlage hier die “Martin Luther Studienausgabe”Bd.2 hg.v. Hans-Ulrich Delius u.a. im Evangelischen Verlagshaus Berlin, 1982. S.554-555.

Die 7. Predigt nach Invokavit vorgelesen aus “Martin Luther. Kirche und Schule. Schriften III” (Reihe Verlag der Welt Religionen hg.v. Albrecht Beutel: Verlag der Weltreligionen, Berlin: 2015. S.35-36:

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Dr. Martin Luther predigt am Freitag nach Invokavit

Dr. Martin Luther als Junker Jörg von Lucas Cranach (1522)

Die sechste der sogenannten Invokavitpredigten, die Dr. Martin Luther am Freitag, dem 14. März 1522 in Wittenberg hielt u.a. “Handkommunion” wieder unter dem Aspekt von “Frei und Gesetz”. Als Vorlage hier die “Martin Luther Studienausgabe”Bd.2 hg.v. Hans-Ulrich Delius u.a. im Evangelischen Verlagshaus Berlin, 1982. S.551-554.

Die 6. Predigt nach Invokavit vorgelesen aus “Martin Luther. Kirche und Schule. Schriften III” (Reihe Verlag der Welt Religionen hg.v. Albrecht Beutel: Verlag der Weltreligionen, Berlin: 2015. S.31-34:

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Dr. Martin Luther predigt am Donnerstag nach Invokavit

Dr. Martin Luther als Junker Jörg von Lucas Cranach (1522)

Die fünfte der sogenannten Invokavitpredigten, die Dr. Martin Luther am Donnerstag, dem 13. März 1522 in Wittenberg hielt u.a. über “beiderlei Gestalt des Sakramentes”. Als Vorlage die “Martin Luther Studienausgabe”Bd.2 hg.v. Hans-Ulrich Delius u.a. im Evangelischen Verlagshaus Berlin, 1982. S.547-551.

5. Predigt nach Invokavit vorgelesen aus “Martin Luther. Kirche und Schule. Schriften III” (Reihe Verlag der Welt Religionen hg.v. Albrecht Beutel: Verlag der Weltreligionen, Berlin: 2015. S.27-31:



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Jauchzet Gott, alle Lande! (Psalm 66)

“Elia unter dem Ginsterstrauch” von Egino G.Weinert

Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind Deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor Deiner großen Macht. Alles Land bete Dich an und lobsinge Dir, lobsinge Deinem Namen. Sela. 

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Sela. 

Lobet, Ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten. Denn, Gott, Du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird; Du hast uns in den Turm werfen lassen, Du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt, Du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen, wir sind in Feuer und Wasser gekommen. Aber Du hast uns herausgeführt und erquickt. 

Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern und dir meine Gelübde erfüllen, wie ich meine Lippen aufgetan habe und mein Mund geredet hat in meiner Not. Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen mit dem Opferrauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. Sela. 

Kommt her, höret zu alle, die Ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat. Zu ihm rief ich mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge. Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so würde der Herr nicht hören. Aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66. Ein Psalmlied, vorzusingen.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre.

1.Johannes 3,8b

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

O Mensch, bewein Dein Sünde groß, darum Christus seins Vaters Schoß äußert und kam auf Erden; von einer Jungfrau rein und zart für uns er hier geboren ward, er wollt der Mittler werden, Den Toten er das Leben gab und tat dabei all Krankheit ab, bis sich die Zeit herdrange, daß er für uns geopfert würd, trüg unsrer Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange.

So laßt uns nun ihm dankbar sein, daß er für uns litt solche Pein, nach seinem Willen leben. Auch laßt uns sein der Sünde feind, weil uns Gotts Wort so helle scheint, Tag, Nacht danach tun streben, die Lieb erzeigen jedermann, die Christus hat an uns getan
mit seinem Leiden, Sterben. O Menschenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, tu Dich davor bewahren!

Sebald Heyden 1525 (LKG 127)

Morgenlese

Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. 

Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst. Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde und habt den Trost vergessen, der zu euch redet wie zu Kindern: »Mein Sohn, achte nicht gering die Zucht des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. 

Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.« Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit Kindern geht Gott mit euch um. Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?

Hebräer 12,1-7

Abendlese

Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast!

Da fürchtete er sich, machte sich auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba in Juda und ließ seinen Diener dort. Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Ginster und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter. 

Und er legte sich hin und schlief unter dem Ginster. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.

Und der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb. 

1.Könige 19,1-8

Bekenntnislese: Apologie XXIV,33-43 Von der Messe (Was Opfer sei)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Friede sei mit Euch +

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Dr. Martin Luther predigt am Mittwoch nach Invokavit

Dr. Martin Luther als Junker Jörg von Lucas Cranach (1522)

Die vierte der sogenannten Invokavitpredigten, die Dr. Martin Luther am Mittwoch, dem 12. März 1522 in Wittenberg hielt. Als Vorlage hier die “Martin Luther Studienausgabe”Bd.2 hg.v. Hans-Ulrich Delius u.a. im Evangelischen Verlagshaus Berlin, 1982. S.543-547.

4. Predigt nach Invokavit vorgelesen aus “Martin Luther. Kirche und Schule. Schriften III” (Reihe Verlag der Welt Religionen hg.v. Albrecht Beutel: Verlag der Weltreligionen, Berlin: 2015. S.23-27:

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Groß ist der HERR und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge. (Psalm 48)

Wittenberg, um 1558 / Braun u. Hogenberg

Groß ist der HERR und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge. Schön ragt empor sein Gipfel, daran sich freut die ganze Welt, der Berg Zion fern im Norden, die Stadt des großen Königs. Gott ist in ihren Palästen, er ist bekannt als Schutz. 

Denn siehe, Könige waren versammelt und miteinander herangezogen. Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt. Zittern hat sie daselbst gepackt, Angst wie eine Gebärende. 

Du zerbrichst die großen Schiffe durch den Sturm vom Osten. Wie wir’s gehört haben, so sehen wir’s an der Stadt des HERRN Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes: Gott erhält sie ewiglich. Sela. 

Gott, wir gedenken Deiner Güte in Deinem Tempel. Gott, wie Dein Name, so ist auch Dein Ruhm bis an der Welt Enden. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit. Es freue sich der Berg Zion, und die Töchter Juda seien fröhlich um Deiner Rechte willen. 

Ziehet um den Zion herum und umschreitet ihn, zählt seine Türme; habt gut acht auf seine Mauern, durchwandert seine Paläste, dass ihr den Nachkommen davon erzählt: Dieser ist Gott, unser Gott für immer und ewig. Er ist’s, der uns führet. 

Psalm 48. Ein Psalmlied der Korachiter.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre.

1.Johannes 3,8b

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, Ihr sollt beginnen, was Eurem Schöpfer wohlgefällt.

Wo bist Du, Sonne, blieben? Die Nacht hat Dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin; ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint.

Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal.

Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit.

Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, dass nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu Dich, Du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei.

Paul Gerhardt 1647 (LKG 300,1-5)

Morgenlese

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. 

Hebräer 4,14-16

Abendlese

Und der HERR sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib daselbst, dass ich Dir gebe die steinernen Tafeln, Gesetz und Gebot, die ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen. Da machte sich Mose auf mit seinem Diener Josua. Und Mose stieg auf den Berg Gottes. 

Aber zu den Ältesten sprach er: Bleibt hier, bis wir zu euch zurückkommen. Siehe, Aaron und Hur sind bei euch; hat jemand eine Rechtssache, der wende sich an sie. Da nun Mose auf den Berg kam, bedeckte die Wolke den Berg, und die Herrlichkeit des HERRN ließ sich nieder auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage; und er rief Mose am siebenten Tag aus der Wolke. 

Und die Herrlichkeit des HERRN war anzusehen wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Augen der Israeliten. Und Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg und blieb auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte. 

2. Mose 24,12-18

Bekenntnislese Apologie XXIV,25-32 Von der Messe (Was Opfer sei)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Friede sei mit Euch +

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Dr. Martin Luther predigt am Dienstag nach Invokavit

Dr. Martin Luther als Junker Jörg von Lucas Cranach (1522)

Die dritte der sogenannten Invokavitpredigten, die Dr. Martin Luther am Dienstag, dem 11. März 1522 in Wittenberg hielt. Als Vorlage hier die “Martin Luther Studienausgabe”Bd.2 hg.v. Hans-Ulrich Delius u.a. im Evangelischen Verlagshaus Berlin, 1982. S.538-543.

Vorgelesen aus “Martin Luther. Kirche und Schule. Schriften III” (Reihe Verlag der Welt Religionen hg.v. Albrecht Beutel: Verlag der Weltreligionen, Berlin: 2015. S.18-22:

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P. Wilhelm Löhe predigt an Invokavit (Mt.4,1-11)

Pastor Johan Konrad Wilhelm Löhe (1850)

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am ersten Sonntag in den Fasten (Invokavit) über das heilige Evangelium der Versuchung unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus wie vom heiligen Evangelisten Sankt Matthäus 4,1-11 aufgeschrieben.

Hier vorgelesen:

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